Die folgende Bücher kann ich unbedingt zur Lektüre empfehlen.    
  Sie geben Antworten auf eine vermutlich ewige Frage: Was ist der Mensch?    
       
  Heinrich Böll: Ansichten eines Clowns (1967)    
  Mit all seiner erzählerischen Kraft und sprachlichen Genauigkeit entwirft Böll die tragische Figur des Hans Schnier, der in einer unbarmherzigen und heuchlerischen Gesellschaft des Nachkriegsdeutschlands die einzige aufrichtige Möglichkeit für sich in einem Dasein als Clown sieht. Es ist ein Buch voller treffender Formulierungen und Ansichten über die Schwierigkeit – wenn nicht Aussichtslosigkeit – sein Leben nach seinen Moralvorstellungen zu leben, ohne dabei am Unverständnis der Gesellschaft und vielleicht auch am eigenen Unvermögen zu Grunde zu gehen.
"Es gibt nichts Deprimierenderes für die Leute als einen Clown, der Mitleid erregt."
   
       
  Bruce Chatwin: Utz (1988)    
  Eine Erzählung über das Sammeln und den Wert der Dinge von dem ewig ruhelosen Welterkunder und Reiseschriftsteller Bruce Chatwin. Er berichtet von dem Prager Kaspar Baron Utz, seinen sonderbaren Lebensverhältnissen und seiner Sehnsucht danach, etwas Schönes sein eigen zu nennen.    
       
  Fjodor Michailowitsch Dostojewski: Der Spieler (1866)    
  Es ist die Geschichte von Aleksej Iwanowitsch, der wider besseren Wissens und schmerzhafter Erfahrung immer wieder der Magie des Glücksspiels erliegt. Wer je geglaubt hat, gegen die Anziehungskraft des Glücksspiels immun zu sein, wird hier eines besseren belehrt. Denn schließlich kann ein günstiges Blatt, ein glücklicher Hüpfer der Roulettekugel alle bisherigen Verluste ungeschehen machen und alles zum Guten wenden...
Es ist ein Buch über Gelegenheiten, über die Eigendynamik einer Sucht und die letztendliche Machtlosigkeit des Menschen gegenüber einer so harmlos und trivial anmutenden Versuchung, bestechend erzählt von Dostojewski in seiner grandiosen Art mit wenigen Worten Personen so anschaulich zu beschreiben, dass man meint, sie neben sich stehen zu haben.
   
       
  Johann Wolfgang Goethe: Faust I (1806)    
  Jedes Wort hierzu ist überflüssig. An diesem Meisterwerk führt kein Weg vorbei.    
       
  Pablo Neruda: Ich bekenne, ich habe gelebt (1974)    
  Der chilenische Dichter und Literatur-Nobelpreisträger von 1971 Pablo Neruda erzählt sein bewegtes Leben in einer so grundehrlichen und poetischen Weise, dass es in einem den Wunsch weckt, die Welt wenigstens für ein paar Momente auch so sehen und erleben zu können.
In einem seiner Gedichte heißt es:
"Man sollte ein Todesbad nehmen / und aus der zugedeckten Erde / nach oben blicken hin zum Stolz. // Dann lernte man das rechte Maß zu finden. / Lernte sprechen. Lernte leben."
Ein Buch so großartig und hoffnungsvoll, dass ich mir wünschte, jeder hätte es in seinem Leben einmal gelesen.
   
       
  Anna Seghers: Transit (1944)    
  Auf der Flucht vor den Nationalsozialisten durch das zur Hälfte besetzte Frankreich sterbt der Erzähler unter dem falschen Namen Seidel dem einzig möglichen Ziel zu: Marseille. Es ist das Jahr 1940 und in der Stadt ist eine wahre Flüchtlingskultur entstanden, die durch einen gemeinsamen Wunsch verbunden ist: Abreisen.
Auch Seidel versucht für sich die notwendigen Papiere zu beschaffen - alleine schon aufgrund der paradoxen Situation, dass die Marseiller Behörden den Aufenthalt nur jenen gestatten, die nachweisen können, dass sie sich ernsthaft für ihre Abreise einsetzen. Doch er verliert bald das Interesse an seiner vermeintlichen Rettung und bleibt in Marseille, obwohl er – eher zufällig – in den Besitz sämtlicher zur Abreise notwendigen Papiere gerät, um die so viele andere sich so verzweifelt wie erfolglos bemühen.
Es ist wenig Entwicklung in diesem Roman, man taucht als Leser vielmehr ein in einen Zustand des endlosen, sinnlosen Wartens ein, man erlebt eine Welt in der ein Wort, ein vages Gerücht neue Hoffnung geben oder sie auch auf das Gründlichste zerstören kann. Anna Seghers erzählt von Menschen, denen das Glück so einfach auszustellen wäre, aber denen es dennoch verwehrt bleibt und die es sich angesichts der gewaltigen äußeren Umstände schließlich auch selber nicht mehr gestatten.
   
 

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